Verheerend und konfus – Emre Can bei Juventus unter Beschuss

EM 2020
jarmoluk / pixabay (CC0 1.0)

Stürmische Zeiten für den deutschen Nationalspieler Emre Can (25) bei Juventus Turin. Nach seinem Eigentor im Spiel gegen Lazio Rom muss er sich heftige Kritik gefallen lassen. Obwohl Can sechs Tage zuvor noch seinen ersten Serie-A-Treffer erzielte und sich zuletzt in die Stammformation bei der „Alten Dame“ spielte.

Mit 2:1 gewann Juventus Turin knapp gegen Lazio Rom und hatte dabei durchaus Glück, das Spiel noch zu drehen. In der italienischen Presse wurde vor allem ein Juve-Spieler heftig kritisiert: der deutsche Nationalspieler Emre Can, der im Sommer ablösefrei vom FC Liverpool gekommen war.

Juventus lag in Rom nach einer Stunde mit 0:1 zurück. Die erste Saisonniederlage schien sich anzubahnen. Nach einem Eckball von Luis Alberto lenkte Can den Ball mit dem Kopf ins eigene Tor ab. Dennoch konnte Turin die Partie noch drehen. Joao Cancelo und Cristiano Ronaldo sorgten für den 2:1-Sieg. Die italienischen Medien kritisierten die „Alte Dame“ und Emre Can im Besonderen: „Einfach zu langsam“ (‚Corriere della Sera‘), „Verheerend und konfus“ (in Bezug auf Can, ‚Corriere dello Sport‘) oder „Can hat Pech mit einem Eigentor, spielt aber plump“ (‚Gazzetta dello Sport‘).

Erst in der 88. Minute sorgte der mehrmalige Weltfußballer Cristiano Ronaldo per Elfmeter für den 2:1-Siegtreffer. „Ein Nichts bis zwei Minuten vor dem Schluss, als er einen Elfmeter in einen Sieg für Juve verwandelt“, kritisierte die ‚Corriere della Sera‘ aber auch den Topstar. „Wie ein Killer versenkt Ronaldo mit seinem Elfmeter alle Hoffnungen Lazios“, so die Turiner Tageszeitung La Stampa. Jedoch mit dem Zusatz: „Vor dem Elfmeter macht er jedoch nichts richtig.“ In 21 Spielen in der Serie A gelangen „CR7“ bis dato 15 Treffer – davon allerdings sechs Elfmeter.

Trotz allem gewann Juventus erneut und liegt nun mit 59 Punkten elf Zähler vor Verfolger SSC Neapel (48 Punkte). Das Team von Trainer Carlo Ancelotti spielte gegen den AC Mailand nur 0:0. „Juve spürt erstmals in dieser Saison die Angst vor einer Niederlage, doch die Turiner bestätigen sich zumindest in Italien als unbesiegbare Mannschaft“, so die Gazzetta dello Sport.

Khediras Ausfall war Cans Glück

Turins Coach Massimiliano Allegri sagte nach dem Sieg in Rom: „Vor allem ab der 60. Minute hat ein wenig Unruhe geherrscht. Wir haben fünf Minuten lang die Orientierung verloren, was für uns hätte teuer werden können.“

Juventus spielt am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr) im Viertelfinale der Coppa Italia bei Atalanta Bergamo. Ob Emre Can erneut von Anfang an spielen darf, scheint unklar. In den letzten vier Ligaspielen stand der ehemalige Liverpooler jeweils die vollen 90 Minuten auf dem Platz. Insgesamt kommt er in der laufenden Saison auf 20 Pflichtspiele, ein Tor und eine Vorlage. In der Nationalelf kam Can bislang 21 Mal zum Einsatz (ein Tor, zwei Vorlagen). Die WM in Russland verpasste der Deutsch-Türke jedoch.

Cans Teamkollege Sami Khedira (31) wurde von Bundestrainer Joachim Löw nach der desaströsen Weltmeisterschaft aussortiert. Auch bei Juventus läuft es für den Weltmeister von 2014 in dieser Saison noch nicht. Auch wegen Verletzungen kommt er bislang nur auf elf Pflichtspiele (ein Tor).

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