Spanien kommt nicht zur Ruhe – Coach Luis Enrique tritt zurück

Bei der WM 2018 in Russland erfolgte ein Trainerwechsel bei der Furia Roja Hals über Kopf wenige Tage vor dem Turnierstart. Nun, ziemlich genau ein Jahr später, müssen sich die spanischen Nationalspieler schon wieder auf einen überraschenden Wechsel des Übungsleiters einstellen. Luis Enrique erklärte seinen Rücktritt. 

Doch die Unterschiede zur Demission Julen Lopeteguis könnten kaum größer sein. Die einzigen beiden Übereinstimmungen: Beide Trainer hatten mit der Furia Roja Erfolg. Und beide Male musste der Präsident des spanischen Fußballverbandes, Luis Rubiales, allein auf einer eigens dafür anberaumten Pressekonferenz die Veränderung erklären.

Doch während seine Worte bei der Entlassung Lopeteguis, der kurz vor der WM mit Real Madrid über eine folgende Anstellung ohne das Wissens des spanischen Verbandes verhandelt hatte, mahnend bis anklagend waren („Es gibt Verhaltensformen, die man einhalten muss!“), war Rubiales nun bei der Verkündung des Abschieds Enriques voller Bedauern.

Denn der Grund für dessen Rücktritt sind nicht genauer definierte „dringende private Gründe“. Rubiales verlautbarte lediglich: „Luis Enrique hat erklärt, dass er als Nationaltrainer nicht weitermachen wird. Ich möchte Luis danken. Die Tür beim Verband und der Seleccion wird für ihn immer offen sein.“

Vom Co zum Chef: Moreno beerbt Enrique

Schon die drei zurückliegenden Qualifikationsspiele zur anstehenden EM gegen Malta (2:0) im März sowie Anfang Juni gegen die Faröer (4:1) und Schweden (3:0) stand Luis Enrique nicht mehr an der Seitenlinie. Bei den drei Siegen vertrat ihn sein Co-Trainer Robert Moreno – die Chemie zum Team scheint also auch bei ihm zu stimmen.

Natürlich bekennt Moreno dennoch über das Ausscheiden seines ehemaligen Chefs: „Es ist ein bittersüßer Tag. Ich habe immer davon geträumt, irgendwann Cheftrainer zu werden, aber nicht auf diese Weise“, sagte Moreno. Zum ersten Mal steht der langjährige Assitent Enriques nun selbst im Rampenlicht – und der Verantwortung. „Ich glaube nicht, dass ich zu wenig Erfahrung habe“, ist er überzeugt. „Ich war neun Jahre an der Seite von Luis Enrique, habe mit den Besten trainiert und mitbekommen, welche Entscheidungen Luis dabei getroffen hat.“ So steht einer konsequenten Weiterführung der Arbeit von Luis Enrique nichts im Weg.

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