Toni Kroos mit Kritik am FC Bayern: „Mir war klar, dass ich mehr verdient hätte“

Toni Kroos
Foto: Anton_Ivanov / Shutterstock.com

Toni Kroos (29) hat in der Dokumentation über sein Leben als Profi harsche Kritik an Ex-Arbeitgeber FC Bayern München geübt. Im Film „KROOS“ sagt er, er hätte bereits zehn Minuten nach seiner Vertragsverlängerung in München diese bereits wieder bereut.

„Mir wurde ganz oft gesagt, wie toll ich bin und wie richtig ich alles mache“, sagt der Profi von Real Madrid im Film „KROOS“. „Ich habe aber nicht gespielt. Mir war wirklich klar, dass ich mehr verdient hätte.“ Damit bezieht sich der Mittelfeldspieler auf seine erste Zeit beim FC Bayern München (2007 bis 2009).

Von Januar 2009 bis Sommer 2010 war Kroos an Bayer 04 Leverkusen ausgeliehen, bevor er wieder für den deutschen Rekordmeister auflief. Doch auch dann fehlte ihm die Wertschätzung, so der Spieler im Film. Bereits zehn Minuten nach einer Vertragsverlängerung bei den Bayern hätte er diese schon wieder bereut. Die Dokumentation „KROOS“ kommt am 4. Juli 2019 in die Kinos.

Eigentlich hätte er aus Leverkusen gar nicht wieder zurück nach München gewollt, so Kroos. „Während der Unterschrift kam dann noch vom Karl-Heinz Rummenigge so eine Aussage. ‚Boah, jetzt hast du aber einen tollen Vertrag‘, so dann nach dem Motto, dann muss man jetzt mal wieder ein bisschen besser spielen.“

Auch Tonis Mutter Birgit berichtet im Film von Regisseur Manfred Oldenburg über die Probleme seines Sohnes in München und dass er sich in Leverkusen weitaus wohler fühlte: „Die Mannschaft war wesentlich persönlicher. Die haben sich getroffen, die haben gemeinsam Grillabende veranstaltet. Die waren viel normaler im Umgang miteinander. Nicht wie in München. Das war alles ihm zu schickimicki.“ Auch Kroos‘ Ehefrau Jessica kommt zu Wort und bestätigt , dass es mit Toni und München nicht so recht passen wollte.

Hoeneß über Kroos-Verkauf: „Vielleicht die falsche Entscheidung“

Nach dem WM-Titel 2014 war Kroos für 25 Millionen Euro zu Real Madrid gewechselt. Zuvor konnte man sich nicht auf einen neuen Vertrag einigen. Bayern-Präsident Uli Hoeneß gestand, dass diese Entscheidung womöglich ein Fehler war. Im Film kritisiert Hoeneß Kroos allerdings dafür, im verlorenen Champions-League-Endspiel von 2012 keine Verantwortung im Elfmeterschießen gegen Chelsea übernommen zu haben. „Toni ist ein Superspieler“, so Hoeneß. „Aber es gibt keinen Spieler der Welt, der alles alleine macht. Ein Verein muss manchmal harte Entscheidungen treffen. Das war eine harte, vielleicht die falsche, keine Frage.“

Auch Reals Trainer Zinedine Zidane spricht in „KROOS“ über seinen Schützling. Er hätte ihn an Bayerns Stelle niemals ziehen lassen. Doch die Entwicklung sei letztlich „besser für Real und auch besser für den Fußball“ gewesen.

Toni Kroos spielt nun seit fünf Jahren in Madrid. Seither absolvierte er 233 Pflichtspiele für Real. Ihm gelangen 13 Tore und 59 Vorlagen. Die abgelaufene Spielzeit war allerdings die mit Abstand schwächste. In einem auch insgesamt schwachen Team kam Kroos auf 43 Pflichtspiele, ein Tor und sechs Vorlagen. Beim FC Bayern München bestritt der Weltmeister von 2014 insgesamt 205 Pflichtspiele. Ihm glückten 24 Tore und 49 Vorlagen. Für Bayer Leverkusen wurde er 48 Mal eingesetzt (zehn Tore, 13 Vorlagen).

Im Gegensatz zu Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller hat Kroos den Umbruch in der deutschen Nationalmannschaft schadlos überstanden. Der 29-Jährige soll bei der EM 2020 ein wichtiger Eckpfeiler im Team von Trainer Joachim Löw werden. Aktuell steht Kroos bei 92 Länderspielen, 14 Toren und 17 Vorlagen.

 

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