Die EM-Qualifikation 2020 mit der UEFA Nations League
UEFA / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

Seit September 2018 ist die UEFA Nations League in aller Munde. Es handelt sich um einen neuen Wettbewerb, der neue Anreize für Nationalmannschaften geben soll. Die UEFA Nations League ist einerseits ein eigenständiges Turnier. Andererseits ist sie auch mit der EM-Qualifikation verzahnt. Wir erklären Ihnen, wie die Nations League funktioniert.

Gleich zum Auftakt der UEFA Nations League kam es zu einem echten Kracher: In München spielte die deutsche Nationalmannschaft gegen Weltmeister Frankreich (0:0). Auf solche Highlights darf man sich in Zukunft häufiger freuen. Die Nations League ist ein Wettbewerb, in dem sich viele Nationen auf Augenhöhe begegnen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Art Ligensystem – sogar mit Auf- und Abstiegen.

Alle 55 Mitgliedsverbände der UEFA nehmen an der Nations League teil. Die Mannschaften wurden in vier Ligen aufgeteilt, sortiert nach den UEFA-Koeffizienten. Die bestplatzierten Teams treten in Liga A (12 Starter) an, die nächstplatzierten in Liga B (12 Starter), die nächsten in Liga (15 Starter) und letztplatzierten schließlich in Liga D (16 Starter). In der ersten Liga tummeln sich neben Deutschland und Frankreich auch die Niederlande, England, Spanien, Portugal, Island, Schweiz, Belgien, Polen, Italien und Kroatien. In Liga B spielen z.B. Bosnien-Herzegowina, Österreich, Tschechien, Russland oder die Türkei. In Staffel C finden wir unter anderem Albanien, Israel, Finnland, Griechenland, Serbien oder Norwegen. In Staffel D starten die typischen „Fußballzwerge“ – z.B. Liechtenstein, Gibraltar, San Marino oder Andorra.

In der jeweiligen Liga gibt es weitere Aufteilungen in Gruppen zu je drei oder vier Mannschaften. Deutschland trifft z.B. in Gruppe 1 auf Frankreich und die Niederlande – jeweils mit Hin- und Rückspiel. Die Gruppenphase endet bereits zwei Monate nach dem Beginn. Das Finalturnier der jeweiligen Ligen steigt im März 2020 – mit Halbfinals und dem Finale. Gastgeber wird eine der vier qualifizierten Länder sein. Es wird also letztlich vier verschiedene Sieger, in vier verschiedenen Ligen, geben. Die vier Gruppenletzten steigen ab und müssen bei der nächsten Nations League Gruppenphase eine Liga tiefer spielen. Die jeweiligen Gruppensieger steigen jeweils auf. Am Ende formt sich eine Abschlusstabelle. Die UEFA Nations League soll es fortan alle zwei Jahre geben.

Wie kann man sich über die UEFA Nations League für die EM qualifizieren?

Die EM-Qualifikation startet nun später als üblich. In diesem Falle erst im März 2019. Auch diese ist eng mit der UEFA Nations League verbunden. Vier der 24 Startplätze für das europaweite Turnier im Jahr 2020 werden über die Nations League vergeben. Jedes Siegerteam der jeweiligen Liga bekommt einen festen Startplatz für die EM-Endrunde. Bei der regulären EM-Qualifikation wird es Fünfer- und Sechsergruppen geben. Die Sieger und die Zweitplatzierten qualifizieren sich ebenfalls direkt für die Europameisterschaft. Im Anschluss an die Quali-Runde findet das Finalturnier der Nations League statt. Die 16 Gruppensieger ermitteln innerhalb ihrer Ligen vier verschiedene Sieger. Die Sieger haben ihr EM-Ticket sicher. Damit ist auch klar, dass ein EM-Platz an einen der „Fußballzwerge“ gehen wird.

Doch was passiert, wenn es die Gruppensieger zuvor bereits über die normale EM-Qualifikation gepackt hat? In diesem Falle übernimmt der Zweite der Gruppe den Platz in den Playoffs. Oder gar der Dritte. Falls sich in Liga A nur drei Playoff-Teilnehmer finden, rückt ein Team der Liga B nach.

Die Gruppenauslosung für die Europameisterschaft 2020 wird erst nach den Nations League Playoffs im März 2020 erfolgen. Dieser Zeitpunkt verschiebt sich damit um fünf Monate als bisher üblich. Alle deutschen Partien der UEFA Nations League werden von der ARD oder vom ZDF live im TV übertragen. Das Finale wird ebenfalls sicher übertragen – selbst, wenn Deutschland nicht dabei sein wird.

Die Nations League wurde auch aus dem Grund konzipiert, um die üblichen Testländerspiele zu ersetzen. Damit soll zwischen den großen Turnieren mehr Spannung herrschen. Die Sieger der Ligen bekommen Pokale, es gibt Auf- und Abstiege und es werden EM-Plätze vergeben. Die Voraussetzungen sind vorhanden, nun müssen die Teams beweisen, dass sie den Wettbewerb ernst nehmen.