Löw mit „Umbruch light“: Boateng fehlt im Aufgebot

Deutschland
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Das schwächste Länderspieljahr noch einigermaßen retten. Das ist die Devise für Bundestrainer Joachim Löw und die deutsche Nationalmannschaft vor den Spielen gegen Russland und die Niederlande. Nicht mithelfen wird dabei überraschend Jerome Boateng. Der bedankte sich jedoch sogar für die Nicht-Nominierung.

„Mit Jerome Boateng habe ich gesprochen“, so Joachim Löw, als er sein Aufgebot für die Spiele gegen Russland (15. November) und die Niederlande (19. November) am heutigen Freitag bekannt gab. „Ich bin davon überzeugt, dass auch ihm aktuell eine Pause gut tut.“ Wie bereits von unserer Redaktion vorhergesagt, verzichtet der Bundestrainer nun auf einen weiteren altgedienten Weltmeister von 2014. Allerdings mit dem Zusatz, dass es sich lediglich um eine „Pause“ handele. Möglich, dass über Umwege somit der „Umbruch light“ fortgesetzt werden soll.

Blickt man auf den Kader, so liest er sich nicht wirklich wie ein radikaler Umbruch nach der desaströsen Weltmeisterschaft im Sommer in Russland. Aufstrebende Debütanten fehlen gänzlich. Zuletzt wurde spekuliert, ob Spieler wie Maximilian Eggestein (SV Werder Bremen), Robin Koch (SC Freiburg) oder Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach) den Weg in das Aufgebot finden würden. Die Personalie Boateng bleibt nun aber die einzige Überraschung.

Boateng selbst bedankte sich in den sozialen Netzwerken bei Löw für die Nicht-Berücksichtigung: „Nach einem sehr guten und vertrauensvollen Gespräch mit dem Bundestrainer sind wir so verblieben, dass ich nach einem anstrengenden Jahr für die beiden anstehenden Länderspiele eine Pause bekomme, um in München weiter an meiner Fitness zu arbeiten.“

Neben Boateng fehlen auch ter Stegen und Gündogan

Der Anfang vom Ende von Boatengs Nationalmannschaftskarriere? Bayern-Trainer Niko Kovac widerspricht: „Ein Novum, aber das heißt nicht, dass er in Zukunft nicht wieder dabei sein wird. Ich sehe es nicht so, dass es das Ende für Jerome in der Nationalmannschaft ist.“

Fehlen werden auch Marc-André ter Stegen (FC Barcelona, Schulterprobleme) und Ilkay Gündogan (Manchester City, nach einer Oberschenkelverletzung noch nicht bei 100 Prozent). Toni Kroos von Real Madrid wird erst für das Spiel gegen die Niederlande zum Team stoßen. Nach einer Pause im Oktober, kehrt nun BVB-Kapitän Marco Reus zurück. Auch Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Kai Havertz (Bayer Leverkusen) und Leon Goretzka (FC Bayern München) stehen wieder im Aufgebot.

Deutschland spielt am 15. November in einem Testspiel in Leipzig gegen Russland. Vier Tage später kommt es auf Schalke zum UEFA Nations League Spiel gegen die Niederlande. Sollte Oranje am 16. November gegen Weltmeister Frankreich verlieren, könnte das DFB-Team bei einem Sieg in der Veltins-Arena den Abstieg in die Liga B verhindern.

Deutschland vor den Spielen gegen Russland und die Niederlande – der Kader

Tor:
Manuel Neuer (FC Bayern München), Bernd Leno (FC Arsenal London), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)

Abwehr:
Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonas Hector (1. FC Köln), Mats Hummels (FC Bayern München), Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Nico Schulz (TSG 1899 Hoffenheim), Niklas Süle (FC Bayern München), Jonathan Tah (Bayer 04 Leverkusen)

Mittelfeld/Sturm:
Julian Brandt (Bayer 04 Leverkusen), Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Serge Gnabry (FC Bayern München), Leon Goretzka (FC Bayern München), Kai Havertz (Bayer 04 Leverkusen), Joshua Kimmich (FC Bayern München), Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (FC Bayern München), Marco Reus (Borussia Dortmund), Sebastian Rudy (FC Schalke 04), Leroy Sané (Manchester City), Mark Uth (FC Schalke 04), Timo Werner (RB Leipzig)

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