Neue Stürmer für Jogi? Waldschmidt und Richter in sagenhafter Form

Auslosung der EM-Qualifikation 2020: trotz Niederlande keine Hammergruppe für DFB
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Viele Jahre galt der Sturm als die große Problemzone in Deutschland. Dass ausgerechnet zwei Angreifer bei der Europameisterschaft der U-21 für den DFB für mächtig Furore sorgen, ist äußerst überraschend. Mit Luca Waldschmidt (23) und Marco Richter (21) könnte das Team von Trainer Stefan Kuntz zwei kommende Superstars in den Reihen haben.

Erst ein einziges Mal ist es passiert, dass bei einer U-21-EM deutsche Namen in der Liste der besten Torschützen und Spieler des Turniers auftauchten. Das war 1982, als das DFB-Team in den Finalspielen knapp an England scheiterte (1:3 und 3:2). Rudi Völler wurde als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Pierre Littbarski wurde mit sechs Treffern Torschützenkönig. Zusammen holten sie acht Jahre später den WM-Titel der Herren.

Die Stürmer Marco Richter (FC Augsburg) und Luca Waldschmidt (SC Freiburg) trafen in den ersten beiden Partien der laufenden U-21-EM in Italien und San Marino bislang auch nach Belieben. Richter netzte vier, Waldschmidt drei Mal. Beim 3:1-Auftakterfolg über Dänemark traf Richter doppelt und legte Waldschmidt ein Mal auf. Beim 6:1 gegen Serbien sorgte der Freiburger Waldschmidt sogar für einen Dreierpack. „Die machen es überragend und sollen bloß so weitermachen und ja nicht aufhören damit“, so Kapitän Jonathan Tah (23).

Nach der Partie waren die beiden treffsicheren Angreifer sichtlich um Einordnung des Geschehenen bemüht. „Das war wieder ein super Spiel von uns als Mannschaft“, so Richter in der ARD. „Ich glaube, wir haben wieder überzeugt und wollen jetzt gegen Österreich den nächsten Schritt machen. Wir wussten, dass wir von Anfang an dagegenhalten sowie die Zweikämpfe und Laufduelle gewinnen und den Serben unser Spiel aufziehen müssen. Das hat ganz gut geklappt. Dass wir dann noch die Tore so konsequent gemacht haben, ist überragend.“ Auch Waldschmidt lobte die geschlossene Mannschaftsleistung beim Kantersieg gegen die Serben: „Ich wurde auch gut bedient von den Mitspielern. Wir haben alle Freude am Fußballspielen, den Ball laufen zu lassen, aber auch defensiv zu arbeiten.“

Die Rückkehr der echten Knipser?

Waldschmidt und Richter geben viel Grund zur Hoffnung, dass Deutschland endlich wieder echte Knipser ausbildet. In der A-Nationalelf starben diese mit Miroslav Klose und Mario Gomez fast aus. Angreifer wie Timo Werner und Leroy Sané spielen am stärksten, wenn sie über die Flügel kommen können. Auch U-21-Coach Stefan Kuntz lobt die beiden über den grünen Klee: „Wenn ich sehe, in welchem Fitnesszustand und mit welchem Selbstvertrauen Marco Richter zu uns gekommen ist oder Luca Waldschmidt, der ist unter Christian Streich in Freiburg ein Führungsspieler geworden.“

Luca Waldschmidt erzielte in der abgelaufenen Saison neun Tore in 30 Bundesligaspielen. Marco Richter kommt auf vier Tore und sechs Vorlagen in 25 Partien. Den Durchbruch schaffte er aber erst gegen Ende der Spielzeit. Hält die Formkurve der Beiden derart an, ist es gut möglich, dass große Vereine zur neuen Saison anklopfen und sich die Angreifer in den Fokus von Bundestrainer Joachim Löw für die EM 2020 spielen werden.

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