EM-Qualifikation 2020
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Nach der WM ist vor der EM. Im Sommer 2020 kommt es bei der Europameisterschaft zu einem Novum: Erstmals in der Geschichte wird das Turnier in zwölf verschiedenen Ländern und in zwölf verschiedenen Städten bzw. Stadien ausgetragen. Auch beim Qualifikationsmodus wird sich einiges ändern. Am 2. Dezember 2018 fand die Auslosung der EM-Qualifikation 2020 im irischen Dublin statt.

So kennt man das aus der Vergangenheit: eine quälend lange Qualifikation über zwei Spielzeiten, mit zahlreichen Gruppenspielen, auch gegen winzige Nationen. Bei der EM-Quali 2020 wird nun einiges anders. Noch nie wurden die Gruppen so spät ausgelost wie dieses Mal. Auch das Ausspielen der Gruppen geschieht so fix wie noch nie. Gespielt wird von März bis November 2019. Das liegt auch an der neu geschaffenen UEFA Nations League 

55 UEFA-Nationen nehmen an der EM-Qualifikation 2020 teil. Die Einteilung erfolgte anhand der Nations League Abschlusstabelle. Die zehn besten Teams landeten in Topf 1, die nächsten zehn Teams in Topf 2, und so weiter. Damit sollte der Nations League ein besonderer Anreiz verliehen werden. Wer hier versagt, landet in einem hinteren Topf bei der Auslosung zur EM-Qualifikation und muss womöglich gegen besonders starke Gegner ran.  

So haben aber auch kleinere Länder die Möglichkeit, schneller in einen besseren Topf zu kommen. Beispiel: Die Nationalmannschaft von Luxemburg hat sich in den letzten Monaten und Jahren erheblich verbessert. Der UEFA-Koeffizient hätte sich erst über noch längere Zeit zum Positiven verändert. Bleiben die Luxemburger so formstark, ist ihnen eine starke Nations League und damit eine bessere Einteilung in die Töpfe zuzutrauen. Doch Luxemburg, und auch weitere kleinere Nationen, haben  noch eine weitere Chance.

EM-Qualifikation 2020: So sehen die Gruppen aus

Hammergruppen gibt es dieses Mal also eher nicht. Die Favoritenrollen sind relativ klar verteilt. Neben den Gruppenköpfen, sind auch Teams wie Schweden, Russland, Dänemark oder die Ukraine in ihren Gruppen wohl einen Tick vorn. Wiedererstarkte Teams wie Tschechien, Schottland oder Finnland dürften sich allerdings auch gute Chancen ausrechnen dürfen.

  • Gruppe A: England, Tschechien, Bulgarien, Montenegro, Kosovo
  • Gruppe B: Portugal, Ukraine, Serbien, Litauen, Luxemburg
  • Gruppe C: Niederlande, Deutschland, Nordirland, Estland, Weißrussland
  • Gruppe D: Schweiz, Dänemark, Irland, Georgen, Gibraltar
  • Gruppe E: Kroatien, Wales, Slowakei, Ungarn, Aserbaidschan
  • Gruppe F: Spanien, Schweden, Norwegen, Rumänien, Färöer-Inseln, Malta
  • Gruppe G: Polen, Österreich, Israel, Slowenien, Mazedonien, Lettland
  • Gruppe H: Frankreich, Island, Türkei, Albanien, Moldawien, Andorra
  • Gruppe I: Belgien, Russland, Schottland, Zypern, Kasachstan, San Marino
  • Gruppe J: Italien, Bosnien-Herzegowina, Finnland, Griechenland, Armenien, Liechtenstein

Die EM-Qualifikation startet im März 2019. Neben den Gruppenspielen gibt es für das DFB-Team noch zwei Termine für Testspiele.

Zwei Chancen auf EM-Qualifikation 2020

Wie bereits bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich werden insgesamt 24 Startplätze vergeben. Doch nur 20 dieser Plätze werden über die übliche Qualifikation vergeben. Die weiteren vier Startrechte werden über die Nations League direkt ausgespielt. Damit ergeben sich also zwei Wege, sich für das Turnier 2020 zu qualifizieren. In den zehn Qualifikationsgruppen werden sich jeweils fünf oder sechs Nationen tummeln. Anschließend spielt jeder gegen jeden – einmal vor heimischem Publikum, einmal auswärts. Die beiden erstplatzierten Länder qualifizieren sich direkt für die Europameister 2020.  

Alle anderen Teams sind jedoch noch nicht raus. Nun kommt es auf die Nations League an. Aus jeder Staffel treten die vier besten Teams zu Playoff-Spielen an. Voraussetzung: Sie haben es über die reguläre Qualifikation nicht gepackt. Damit erhält jede Liga einen Startplatz. Somit kann sich auch eine Mannschaft aus der schwächsten Staffel für die Euro 2020 qualifizieren. Die Playoffs werden über das K.O.-System ausgespielt. Für jede Liga werden zwei Halbfinal-Begegnungen angesetzt. Es gibt allerdings kein Hin- und Rückspiel. Die jeweiligen Partien werden in einem der Länder ausgetragen, die vertreten sind. Die jeweiligen Sieger der Halbfinals spielen schließlich das Endspiel aus. 

Am 2. Dezember 2018 wird in Dublin die Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 ausgelost. Die irische Hauptstadt wird im Sommer 2020 einer der zwölf Austragungsorte des Turniers sein. Im Aviva Stadium werden drei Spiele der Gruppe E und ein Achtelfinale ausgespielt.